SPD Mitte

Kreisdelegiertenversammlung – Digitales Antragsbuch

A10/I/2020 Digital Empowerment für geflüchtete Frauen!

AntragstellerInnen:

ASF

Die Kreisdelegiertenversammlung möge beschließen:

Der Landesparteitag möge beschließen:

Digital Empowerment für geflüchtete Frauen!

Die SPD Mitte fordert die sozialdemokratischen Mitglieder im Abgeordnetenhaus und im Senat auf, sich im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeit dafür einzusetzen, dass die Förderung des Projekts „Digital Empowerment“ mit zusätzlichen finanziellen Ressourcen aufgestockt wird, um die Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen in Berlin bedarfsgerecht zu fördern.

 

Begründung:

 

"Digital Empowerment" wurde bisher im Rahmen des Masterplans für Integration und Sicherheit vom Senat mit einer Projektförderung unterstützt.

Das Ziel des Projekts ist es, geflüchtete Frauen, mit Hilfe verschiedener Module Zugang zu digitaler Basis-Medien-/IT-Technik zu verschaffen und zugleich Sprachkompetenzen zu vermitteln.

Dabei können die Frauen eine Einführung in PC und Internet bekommen, Dokumente mit dem Smartphone scannen, versenden und auf einen Rechner laden zum Ausdrucken oder Weiterbearbeiten oder ein E-Mail-Konto einrichten. Sie lernen Sprachlern-Apps oder Online-Deutschkurse kennen, auch für Analphabetinnen gibt es Angebote. Anleitung bei der Internetrecherche und andere Medienkompetenzen dienen auch der Erschließung existierender Online-Angebote rund um existenziell wichtige Themen wie Asylrecht, Aufenthaltsstatus, Wohnen, Jobcenter, Bildung oder Arbeit. Das niedrigschwellige und real nutzbare Angebot hat den Zugang der Zielgruppe geflüchteter Frauen zu digitaler Mediennutzung geöffnet bzw. erweitert. Seit Projektstart im Herbst 2016 wurden über 300 geflüchtete Frauen aus 19 Ländern erreicht, die gemeinsam gelernt haben. Nach einer Modellphase des Projekts soll das Angebot verstetigt werden. Der ursprüngliche Ansatz, Ehren- oder Hauptamtliche oder Geflüchtete für das IT-Training zu qualifizieren, scheiterte an den geringen personellen Ressourcen der Unterkünfte und der hohen Fluktuation des Hauptamts sowie der Bewohnerinnen. Die Anforderungen an diese Aufgabe, einen niedrigschwelliges und binnendifferenziertes Angebot für diese Zielgruppe durchzuführen, sind hoch und bedürfen intensiver Begleitung und Betreuung der Teilnehmerinnen und der Durchführenden. Dazu kommen die technische Betreuung und Wartung der Computerräume, die die Kapazitäten vieler Unterkünfte schnell übersteigen. Nach wie vor sind nicht in allen Unterkünften Computerräume vorhanden,  von festen Zeiten nur für Schulungen ganz zu schweigen. Der aktuell geltende Schlüssel von einem Rechner pro 100 Bewohner*innen ist nicht ausreichend. Jedoch reicht die alleinige Bereitstellung der technischen Infrastruktur nicht aus: Die Medienkompetenzen und „Digital Kenntnisse“ sind Schlüsselkompetenzen in unserer hochvernetzten Welt, so dass ihrer Vermittlung höchste Wichtigkeit bei der Teilhabe und Mitgestaltung unserer Gesellschaft beigemessen werden muss. Medienkompetenztrainings in Unterkünften sind deshalb für die Integration von geflüchteten Frauen und Männern unbedingt förderungswürdig.

Bisher wurde das Digital Empowerment aufgrund der begrenzten finanziellen Ressourcen nur für eine begrenzte Anzahl an geflüchteten Frauen angeboten. Geflüchteten Frauen wollen lernen und arbeiten, um sich und ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen.

Um die Arbeitsmarktintegration der geflüchteten Frauen in Berlin bedarfsgerecht zu fördern, sollte das Projekt „Digital Empowerment“ mit zusätzlichen finanziellen Ressourcen aus dem Masterplan für Integration und Sicherheit aufgestockt werden.

Empfehlung der Antragskommission:

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