SPD Mitte

Kreisdelegiertenversammlung – Digitales Antragsbuch

A14/I/2020 Cytotec in der Geburtshilfe verbieten

AntragstellerInnen:

01/16 Grünes Dreieck

Die Kreisdelegiertenversammlung möge beschließen:

Der Landesparteitag möge beschließen:

Cytotec in der Geburtshilfe verbieten

Die SPD-Bundestagsfraktion soll darauf hinwirken, dass der Einsatz von Cytotec in der Geburtshilfe verboten wird. Erprobte alternative Mittel sollen als Standardmedikation eingesetzt und von den Krankenkassen übernommen werden. Schwangere sollen besser über die Nebenwirkungen von Cytotec aufgeklärt werden.

 

Die für den Gesundheitsschutz von Patientinnen und Patienten zuständigen Behörden müssen die durch die Verabreichung von Cytotec verursachten Todesfälle und Schäden lückenlos dokumentieren, auswerten und entsprechende Empfehlungen für die verantwortlichen Entscheidungsträger ableiten.

Begründung:

 

Nach Recherchen von report München und der Süddeutschen Zeitung kommt es unter der Gabe von Cytotec zu erheblichen Komplikationen – von einem Wehensturm oder einem Gebärmutterriss, bis hin zum Tod von Mutter oder Kind. Während Gesundheitsbehörden anderer Länder davor explizit warnen, das Medikament zur Geburtseinleitung anzuwenden, verwendet die Hälfte aller Geburtskliniken in Deutschland Cytotec für die Geburtseinleitung.

 

Cytotec ist eigentlich ein Magenmedikament. Dass es Wehen fördert, wurde zufällig entdeckt. Die Tablette ist für die Geburtseinleitung nicht zugelassen. Der Hersteller warnt sogar im Beipackzettel, Nebenwirkungen für Schwangere wurden berichtet: abnorme Kontraktionen der Gebärmutter, Uterusruptur, Tod des Fötus und Geburtsschäden. Das Medikament wurde in Deutschland 2006 vom Markt genommen, um Fehlanwendungen zu vermeiden und wird seitdem von deutschen Kliniken importiert.

 

Es gibt alternative zugelassene Mittel zur Geburtseinleitung, aber die sind wesentlich teurer. Cytotec-Pillen kosten weniger als 1 Euro und zugelassene Medikamente liegen teilweise im dreistelligen Bereich.

 

Wir fordern, dass alternative Mittel und Einleitungsformen geprüft, etabliert und von den Krankenkassen als Standardmedikation übernommen werden.

 

Zudem müssen Schwangere besser über die Nebenwirkungen von Cytotec aufgeklärt werden. Bisher wird lediglich darauf hingewiesen, dass das Medikament im „Off Label Use“ eingesetzt wird und man weiß als Betroffene nicht, welchen Risiken man sich und sein Kind tatsächlich aussetzt.

Empfehlung der Antragskommission:

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